Titelbild: New Work.
09.11.2017 - Michael Meinert

New Work.

Wie Sie mit dem iPad Pro die Zukunft des Arbeitens heute schon erleben können.

Stellen Sie sich vor, wir wären gerade im Jahr 2009. Im Kino bricht der Film „Avatar“ mit seiner revolutionären 3-D-Technik alle Rekorde und Lady Gaga landet mit dem Song „Poker Face“ den Hit des Jahres. Sie merken: 2009 ist noch gar nicht so lange her. Wenn Sie damals zu Hause die Frage geplagt hätte, was wohl der erfolgreichste Film des Jahres 2008 gewesen ist, so hätten Sie Folgendes getan: Ihr privates Notebook zur Hand genommen, gehofft, dass der Akku voll genug ist, Windows Vista gestartet, dabei eine Tasse Kaffee gemacht und zur Hälfte getrunken … und danach Ihre Frage gegoogelt. Für alle leidenschaftlichen Kaffeetrinker war das wohl ganz okay – im Rückblick muss man aber sagen: Das geht besser.

Der Großteil der Digital Natives, also der ersten Generation, die von klein auf mit moderner Technologie aufgewachsen ist, kennt einen komplett anderen Workflow: Auf den Home Button des iPads drücken, Safari starten und los geht’s. Dauert gefühlte 10 Sekunden und klappt auch ohne Kaffee. Zukünftig dürfte auch diese Art der Wissensabfrage dank digitaler Assistenten wie Siri oder Alexa im Rückblick anachronistisch wirken. Eine natürlich formulierte Frage, die von einer (mehr oder weniger intelligenten) künstlichen Intelligenz beantwortet wird, ist eben die beste Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Ein letzter, hierzu gut passender Tipp für Cineasten: der Film „Her“, aus dem Jahr 2013. Ein (subjektiv) gutes Liebesdrama zwischen dem Anwender Joaquin Phoenix und der KI Scarlett Johansson.

 

iPad-Pro-im-Einsatz-3er-Collage

 

Die vorstehend genannten Beispiele aus dem privaten Umfeld verdeutlichen, wie sich die Nutzung digitaler Medien durch eine Hardwareplattform verändert hat. Mit dem iPad Pro hat sich Apple im September 2015 angeschickt, diese Veränderung auch im beruflichen Umfeld zu gestalten. Das iPad Pro hebt sich von seinem Consumer-Pendant durch drei wesentliche Unterschiede ab: Sie können eine Hardwaretastatur über den integrierten Lightning Connector anschließen, über den Apple Pencil auf dem Display schreiben und zeichnen und die Rechenleistung ist der von modernen Notebooks mehr als ebenbürtig. Im Juni 2017 erschien nun die zweite Version dieser Modellreihe, die noch einmal wesentlich verbessert worden ist. Wie bei jeder neuen Generation hat Apple dem iPad Pro mehr Power spendiert: 30 % schnellere Rechenleistung und 40 % höhere Grafikleistung. Auch die Größe des Displays wurde von 9,7″ auf 10,5″ erweitert und damit wurde in meinen Augen der perfekte Formfaktor geschaffen.

Das Display selbst ist nicht nur heller und spiegelt erkennbar weniger, es ist vor allem deutlich schneller. Mit der „ProMotion“ genannten Technologie hat Apple die Bildwiederholrate von 60 Hz auf 120 Hz verdoppelt. Diesen Unterschied sehen und spüren Sie bei jeder Anwendung: egal, ob beim Surfen, bei Spielen, beim Schauen von Videos oder … einfach in allen Apps. Es lässt sich ein wenig damit vergleichen, als ob Sie Ihren 10 Jahre alten LED-Fernseher gegen ein 4K-Modell eintauschen. Falls Sie mir nicht glauben: Starten Sie durch zum nächstgelegenen Apple Händler und schauen Sie sich das iPad Pro einfach selbst an! Übrigens: Die verdoppelte Bildwiederholrate tut auch dem Apple Pencil gut, denn nun können Sie damit deutlich schneller und besser schreiben oder zeichnen. Dabei tritt nahezu keine Verzögerung (Latenz) mehr auf und nach kurzer Eingewöhnung werden Sie keinen Unterschied mehr spüren, ob Sie Ihre Notizen auf Papier oder dem iPad Pro anfertigen. Eine Abweichung gibt es dann doch: Auf dem iPad Pro sind alle Notizen digital, Ihre Handschrift lässt sich automatisch in Druckschrift übertragen, Sie können jederzeit Ihre Notizen durchsuchen oder filtern, daraus To-dos generieren und … okay, offensichtlich scheint es doch gigantische Unterschiede zu geben, die für digitale Notizen am iPad Pro sprechen.

„Der digitale Wandel ist die Zukunft der Arbeit.“

Damit sind wir auch schon beim Thema, denn in diesem Artikel soll es weniger um die Hardware gehen, sondern mehr um die Plattform iPad Pro und wie sie unser Berufsleben verändern wird. Zu einer Plattform gehört vor allem die Software – in diesem Fall das neue iOS 11. Mit dem jüngsten Softwareupdate hat Apple den Fokus insbesondere auf die Nutzer des iPads gelegt und führt damit konsequent die Strategie fort, das iPad als zusätzlichen Nutzen in Unternehmen zu platzieren. Hier sind zum einen das neue Dock und die neue Form des Multitaskings zu nennen. Mit einem kurzen Wisch vom unteren Bildschirmrand blenden Sie das Dock ein, in dem nicht nur die von Ihnen definierten Lieblings-Apps dargestellt werden, sondern auch die drei Anwendungen, welche Sie zuletzt verwendet haben.

 

iPad Pro und New Work

 

Sie können nun eine davon mit dem Finger „greifen“ und in den Bildschirm ziehen. Dabei entscheiden Sie, ob diese App entweder die bisher dargestellte Anwendung überlagern soll, was Apple „Slide Over“ nennt. So könnte man beispielsweise dem aktuellen Fußballspiel bei Zattoo oder Dazn folgen, während man den spannenden Monatsbericht erstellt (der danach meist in der digitalen Ablage verschwindet). Alternativ könnten Sie die Anwendungen frei im Split View platzieren. Das mache ich gerade, indem ich sowohl Microsoft Word als auch die Apple-Webseite zu iOS 11 nebeneinander geöffnet habe. Das ist Multitasking, wie es sein soll: einfach und hilfreich. Ich kann sogar einzelne Elemente wie Texte, Fotos oder Dateien per Drag & Drop von einer App in die andere ziehen. Das geht deutlich zügiger, als es mir am Windows-PC möglich ist. Doch damit nicht genug, denn es gibt ja noch den Apple Pencil, mit dem Sie nun PDFs, Screenshots oder Notizen noch schneller und einfacher anfertigen, kommentieren und teilen können. Abschließend würde ich Ihnen gerne noch etwas Positives zu Apples neuer App „Dateien“ mitteilen, aber … mir will einfach nichts einfallen. Ich hatte erwartet, dass man damit einfacher die verstreuten Dateien auf dem iPad suchen und organisieren kann. Noch klappt das jedoch nicht so gut, wie ich es mir gewünscht habe. Allerdings beginnt jede Reise mit dem ersten Schritt und daher freue ich mich schon auf zukünftige Updates, die ich bei meinem iPad Pro sofort einspielen kann – wir sind ja hier nicht beim stark fragmentierten Betriebssystem von Google.

Wie das iPad unser Berufsleben verändert.

Wir haben uns nun über Hardware und Software unterhalten. Der dritte und wichtigste Punkt bei einer Plattform sind die Apps. Hier hat niemand mehr Qualität zu bieten als von Apple. Die iOS-Plattform ist seit Jahren bei App-Entwicklern aus vielen Gründen extrem beliebt und das sieht man am Ergebnis. Die Anzahl wirklich nützlicher Apps ist hoch, der Nervfaktor von China-klonen erfreulich gering. Doch auch hier unterstützt Apple das Enterprise-Segment seit Jahren, indem man Partnerschaften mit so namhaften Unternehmen wie IBM, Accenture oder SAP eingegangen ist. Somit werden zukünftig hochwertige Apps entstehen, die im Umfeld großer Konzerne eingesetzt werden können und damit die Arbeit effizienter und mobiler machen. Doch Sie müssen nicht darauf warten, denn bereits mit bestehenden Mitteln lässt sich vieles machen. Unser Unternehmen setzt beispielsweise komplett auf die Office 365-Plattform von Microsoft. Power BI erweist sich dabei als mächtiges Werkzeug, mit dem man bestehende starre Reports im PDF- oder Excel-Format gegen flexible Dashboards austauschen kann. Dank passender App hat man von überall Zugriff auf die Daten und kann sie flexibel den eigenen Bedürfnissen anpassen. Dafür werden am Ende nur ein WLAN und idealerweise ein VPN-Tunnel benötigt (sicher ist sicher). Glücklicherweise muss es aber nicht immer die große Top-down-Lösung sein. Schon mit kleinen Apps lassen sich neue Workflows gestalten. Das populäre Tool „Slack“ ist ein gutes Beispiel dafür – kombiniert es doch einen Messenger Client, ein System für Videokonferenzen und eine Möglichkeit zum Datenaustausch, und das in einem sehr intuitiven Workflow. Slack ist mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum angekommen und hilft vor allem Startups bei der Bearbeitung von Aufgaben und dem Austausch von Informationen. Wer ein wenig im Internet recherchiert, findet noch viele andere gute Beispiele für neue Workflows. Der Klassiker: ein Tool für Dienstreisen, welches mit dem Foto des Belegs für die Taxifahrt oder der Rechnung des Restaurants startet, diese mittels digitaler Eingabe um wichtige Informationen ergänzt und das Ergebnis automatisch an die Personalabteilung zur Auszahlung schickt.

Doch warum klaffen zwischen diesen Beispielen und der Realität im deutschen Mittelstand oft noch größere Lücken als in der derzeitigen Abwehr von Borussia Dortmund Meist sind bestehende und seit Jahren bewährte Arbeitsprozesse in Unternehmen der Grund dafür. Gerade wenn eine Firma einen gewissen Reifegrad erreicht hat, liegen Analysen und Sondierungen zum Einsatz der besten Software in der fernen Vergangenheit zurück. Auf diesem Standard wurde viele Jahre aufgebaut und der Wunsch nach Veränderung kann daher einfach mit einem „Wieso? Funktioniert doch!“ ausgeschlagen werden. Die Frage lautet jedoch: Ist gut noch gut genug? Die Berufswelt ändert sich, wie man am Buzzword der Digitalisierung gut erkennen kann. Richtig ist, dass heute gut ausgebildete Talente, die mit digitalen Tools aufgewachsen sind, nach ihrem Studium oft mit dem brennenden Wunsch aus der Uni kommen, eine Delle ins Universum zu schlagen. Vorbilder wie Steve Jobs, Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Jeff Bezos haben einen Weg geebnet, dem zahlreiche junge Menschen engagiert folgen wollen. Die Folge sind viele richtig gute Tools, Lösungen oder Ansätze, wie man den Herausforderungen des Alltags neu und besser begegnen kann. Nun heißt „neu“ nicht automatisch „besser“. Dennoch entstehen durch diese Ansätze viele Lösungen, mit denen man sich beschäftigen sollte – schon allein aus dem Grund, weil Unternehmen wichtige Veränderungen erkennen sollten, solange sie sich noch darauf einstellen können. Vermutlich saß man irgendwann vor 10 Jahren bei Nokia in einem wichtigen Meeting, hat sich das erste iPhone angesehen, danach auf die eigene Umsatz- und Profitabilitätsentwicklung geschaut und beruhigt festgestellt, dass kein Handlungsbedarf besteht.

 

iPAD IOS

 

Dank Marktplätzen wie dem Apple App Store oder dem ALSO Cloud Marketplace ist es heute sehr einfach, kostengünstig an flexible Lösungen zu gelangen. Anwendern machen diese Lösungen das Leben einfacher – und daher sind sie gewillt, sich mit der Software auseinanderzusetzen, diese herunterzuladen, zu installieren und zu nutzen. Damit verändert sich auch in Unternehmen die Grundlage der Gestaltung. Nicht mehr die IT evaluiert viele Monate eine neue Software und rollt diese dann flächendeckend mit einem Package aus, sondern Anwender suchen nach kleinen Tools, mit denen sie ihre bestehenden Herausforderungen lösen oder Arbeitsabläufe effizienter gestalten wollen. Oftmals finden sich Anwender und IT in verschiedenen Ecken des Rings wieder, was damit zu tun hat, dass manche IT-Abteilung ebenfalls von dem Wandel der Digitalisierung überholt worden ist. Es ist zugegebenermaßen nicht leicht, sich auf diese neuen Bedürfnisse einzustellen und zuzulassen, dass man sich vom Fahrer- auf den Beifahrersitz bewegt. Dennoch ist das Loslassen von alten Gewohnheiten und Pfründen vor allem in der IT von höchster Bedeutung. Wer sich heute noch darum kümmert, die Richtlinien für Firmen-Notebooks zu überarbeiten oder Standardimages für den unternehmensweiten Einsatz zu definieren, könnte sich bald mit der Frage konfrontiert sehen, ob eine outgesourcte IT-Abteilung in Indien das nicht günstiger schafft. Gerade der Wandel der Digitalisierung bietet eine gewaltige Chance für firmeneigene IT-Departments, denn hier können die Spezialisten von morgen heranwachsen. Wer heute die Chance nutzt und zusammen mit Fachabteilungen daran arbeitet, wie aktuelle und neue Herausforderungen im Unternehmen durch bessere Tools und schlankere Workflows gelöst werden können, wird auch zukünftig die wichtigen Mehrwerte liefern. Fachabteilungen sind dabei nämlich ein wenig vergleichbar mit Kindern im Süßwarengeschäft: Sie möchten alles haben, idealerweise sofort. Als Sparringspartner kommt der IT hier eine nicht zu unterschätzende Rolle zu, denn sie kann helfen, die Anforderungen zu konkretisieren („Was soll mit der Lösung erreicht werden?“), die dafür nötigen Tools zu analysieren („Was ist ausgereift genug und passt in unsere Sicherheitslandschaft?“) und diese nicht nur im Unternehmen einzuführen, sondern auch bei anderen Abteilungen auszurollen. Mit solch einem Tandem kann sich der deutsche Mittelstand gut auf die Herausforderungen der Digitalisierung einstellen und mit ihnen Schritt halten.

 

 

Fazit

Das Ergebnis werden dann neue Workflows und bessere Abläufe sein, die keinen Unterschied mehr zwischen stationärem oder mobilem Arbeiten machen. Hier schließt sich der Kreis zum iPad Pro, das sich heute schon als perfekte Plattform für diese Lösungen empfiehlt. Mein persönlicher Ratschlag ist daher: Wagen Sie das Experiment und setzen Sie einige iPad Pro an Schlüsselstellen in Ihrem Unternehmen ein. Regen Sie motivierte und zukunftsorientierte Mitarbeiter an, über Möglichkeiten nachzudenken, die sich mit diesem Werkzeug gestalten können. Und binden Sie bitte Ihre IT-Abteilung ein, damit alle Partner gleichberechtigt an einem Tisch sitzen. Wenn Sie dann als Antwort erhalten, dass iPads im Unternehmen generell ein Sicherheitsrisiko darstellen, weil sich die Kamera nicht abschalten lässt, dann … sollten Sie vielleicht mal wieder in Ihrer Personalabteilung vorbeischauen.
Michael Meinert
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Michael Meinert

Leiter Business Unit Apple

Michael Meinert ist bei ALSO verantwortlich für die Business Unit Apple und beschäftigt sich damit privat wie beruflich mit seinem Lieblingshersteller. In einem überwiegenden Großteil der Zeit macht ihm das auch Spaß. Sein berufliches Projekt für 2018 heißt „New Work“ und hat als Ziel, die starre Arbeit am Firmen-Desktop durch mobile und flexible Workflows am iPad Pro zu ersetzen. Privat wird der Schwerpunkt auf der Fotografie mit seinem neuen iPhone X und der Adobe Creative Cloud liegen. Übung macht (hoffentlich) den Meister.

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