Titelbild: Das mobile Kraftpaket
21.08.2018 - Michael Meinert

Das mobile Kraftpaket

Das neue MacBook Pro im Test

Am 12. Juli 2018 präsentierte Apple die überarbeitete Version des MacBook Pro, dem Notebook für professionelle Anwender. Optisch bleibt zunächst noch alles beim Alten: Das MacBook Pro ist wie schon seit 2016 in einem wunderschönen Aluminiumgehäuse in den Farben Space Grau und Silber erhältlich. Unter der Haube jedoch hat sich einiges getan und Apple erfüllt dabei viele Wünsche der Power User.

So kommt nun die 8. Generation der Intel Core Prozessoren zum Einsatz. Das 15“ MacBook Pro mit Touch Bar hat einen Intel Core i9 Prozessor mit 6 Kernen erhalten (bis zu 4,8 GHz mit Turbo Boost), welcher laut Apple bis zu 70 % performanter ist als die Generation davor. Beim 13“ MacBook Pro mit Touch Bar verdoppelt sich nach Herstellerangaben sogar die Leistung durch den Einsatz des Quad-Core Intel i7 Prozessors mit bis zu 4,5 GHz (Turbo Boost). Zudem lassen sich bei der 15“-Variante nun sogar bis zu 32 GB RAM im System verbauen.

Doch was würde ein leistungsstarker Motor bringen, wenn die Reifen die Performance nicht auf die Straße bekämen? Daher hat Apple auch bei der SSD an den professionellen Anwender gedacht und beeindruckend schnelle Hardware verbaut. Bis zu 3,2 GB sequenzielle Lesegeschwindigkeit … klingt zunächst einmal sehr langweilig. Wenn man dann jedoch liest, dass sogar professionelle Hardware-Blogs die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten des neuen MacBook Pro mehrfach testen mussten, weil sie ihren Ergebnissen nicht getraut haben, dann sagt das wirklich etwas über die Performance aus. Oder würden Sie glauben, dass man ein Datenvolumen von 4,9 GB innerhalb von 2 Sekunden auf die SSD geschrieben bekommt? Eben! (Ist aber so.)

 

MacBook Pro 3er Bildserie Aufgeklappt Frontal Und Seitlich

Neben der reinen Performance hat Apple auch andere Aspekte des MacBook Pro verbessert. So wird nun der in Cupertino selbst entwickelte T2 Chip verwendet, um das System noch sicherer zu machen. Dieser Co-Prozessor verschlüsselt unter anderem die SSD ohne Geschwindigkeitsverlust. Apple hat dem MacBook Pro zudem ein True Tone Display spendiert, welches man schon vom iPad Pro kennt. Der Weißabgleich passt sich dabei automatisch der Farbtemperatur des Umgebungslichts an, was sich gerade beim Lesen als sehr augenfreundlich erweist. Der positive Effekt ist vor allem in sehr hellen oder dunklen Arbeitsumgebungen deutlich sichtbar und erstreckt sich sogar auf die Touch Bar.

Auch die erstmals im Jahr 2015 vorgestellte Butterfly-Tastatur wurde erneut überarbeitet – Apple spricht von der dritten Generation dieses Keyboards. Aus der Sicht vieler Anwender war und ist diese Tastatur nach wie vor ein sehr kontroverses Thema, und das nicht wegen des anderen Schreibgefühls, sondern wegen der Zuverlässigkeit. Bei den MacBook Pro Modellen 2016 und 2017 kam es regelmäßig zu Beschwerden über klemmende Tasten oder kaputte Keyboards. Apple hat hierzu auch ein Serviceprogramm für diese Modelle aufgelegt, spricht aber davon, dass nur „ein geringer Prozentsatz der Tastaturen“ von diesen Problemen betroffen sei. Die bekannte Website iFixit hatte beim Test des neuen MacBook Pro festgestellt, dass der Tastenmechanismus nun durch eine dünne Membran vor dem Eindringen von Staub und Schmutz geschützt wird. Apple bewirbt das neue Keyboard damit, dass es deutlich leiser geworden sei. So oder so: Wichtig wäre, dass die Probleme mit der Butterfly-Tastatur nun endgültig der Vergangenheit angehören. Vor allem im Umfeld der professionellen Anwender ist Zeit nun einmal Geld und nichts wäre schlimmer als der Ausfall der teuren Arbeitsgrundlage wegen ein paar Bröseln vom Mittagessen.

 

MacBook Pro 2er Bild Aufgeklappt Ruecken An Ruecken

 

Abschließend noch ein Wort zu den Schnittstellen: Vier schnelle Thunderbolt 3 USB-C-Ports gewährleisten die Stromversorgung, die Datenverbindung im LAN (bis zu 40 Gbit/s), den Anschluss von bis zu zwei 5K-Displays oder von eGPUs für noch mehr Grafikleistung. Mangels anderer Schnittstellen kommt man allerdings auch drei Jahre nach dem Start von USB-C nicht um einen gewissen Vorrat an Adaptern umhin.

 

Fazit

Das neue MacBook Pro mit Touch Bar ist ein Kraftpaket und sowohl bei CPU als auch bei SSD und Grafikleistung das schnellste MacBook aller Zeiten. Es richtet sich damit vor allem an professionelle Anwender, die bei der Bearbeitung von Fotos, dem Schneiden/Rendern von Videos oder beim Programmieren die maximale Leistung in einem kompakten Notebook benötigen. Durch die Performance spart das MacBook Pro dabei bares Geld, denn bei einem fixen Stundensatz bestimmt eben auch die Rechenleistung, wie viele Kundenaufträge man annehmen und ausführen kann. Doch auch für den Privatanwender ist das MacBook Pro eine interessante Alternative – bietet es doch aufgrund der hohen Leistungsreserven eine lange Investitionssicherheit.

Auf meiner kurzen Wunschliste stehen neben einem Lightning-Anschluss zum Laden der bisherigen iPhones vor allem ein Multi-Touch Display, dem ich persönlich den Vorzug vor der Touch Bar geben würde.

Michael Meinert
#Michael Meinert

Michael Meinert

Leiter Business Unit Apple

Michael Meinert ist bei ALSO verantwortlich für die Business Unit Apple und beschäftigt sich damit privat wie beruflich mit seinem Lieblingshersteller. In einem überwiegenden Großteil der Zeit macht ihm das auch Spaß. Sein berufliches Projekt für 2018 heißt „New Work“ und hat als Ziel, die starre Arbeit am Firmen-Desktop durch mobile und flexible Workflows am iPad Pro zu ersetzen. Privat wird der Schwerpunkt auf der Fotografie mit seinem neuen iPhone X und der Adobe Creative Cloud liegen. Übung macht (hoffentlich) den Meister.

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