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Titelbild: Eine sinvolle Ergänzung im Workflow

Eine sinvolle Ergänzung im Workflow

Alexander Heinrichs testet das neue MacBook Pro

Ich hatte Anfang des Jahres die Gelegenheit, das neue MacBook Pro 13 mit Touch Bar zu testen. Für mich spielt mobiles Arbeiten im Alltag eine große Rolle, da ich sehr häufig beim Kunden vor Ort tätig bin. Von daher ist neben meinem Desktop-Rechner ein Laptop extrem wichtig für meine tägliche Arbeit.

Mein erster Eindruck, als ich den Laptop ausgepackt habe: sehr wertige Verarbeitung, wie ich es von Apple gewohnt bin. Vor allem aber hat mich verblüfft, wie flach der Rechner ist. Kaum zu glauben, dass professionelle Performance in einem Gehäuse steckt, das kaum größer ist als ein MacBook Air. Beim ersten Arbeiten war ich positiv überrascht von der Performance des MacBook – ich verwende es in erster Linie zur Bildbearbeitung und zum Videoschnitt.

„Ich habe mit dem MacBook hauptsächlich Bildbearbeitung in Photoshop durchgeführt und kleinere Videos (Full HD) geschnitten.“

 

Eins vorweg: Ich bin kein Testlabor und habe keine Messungen durchgeführt. Für meine Zwecke war die Performance mehr als ausreichend und gefühlt besser als bei meinem
MacBook Pro von 2014. Ich habe mit dem MacBook hauptsächlich Bildbearbeitung in Photoshop durchgeführt und kleinere Videos (Full HD) geschnitten. Beim Videoschnitt wurden die Videos ohne Ruckeln abgespielt und auch in der Bildbearbeitung hielten sich die Wartezeiten selbst bei größeren Dateien in Grenzen. Falls ich umsteigen sollte, würde ich aber das größere 15“-Modell wählen, da mir der Monitor gerade beim Videoschnitt und bei der Bildbearbeitung doch etwas zu klein ist und ich denke, dass der letzte Performancekick auch noch durch die Verdopplung des Arbeitsspeichers kommt. Die Akkulaufzeit von 10 Stunden reicht für meine Anforderungen hingegen vollkommen aus.

 

Touch Bar

Die wichtigste Änderung bei der neuen MacBook Generation ist mit Sicherheit die Touch Bar, welche bei allen Apple Produkten perfekt integriert ist. Gerade bei Safari, Mail oder der Foto-App macht die Touch Bar nicht nur Spaß, sondern sie bietet auch eine wirklich sinnvolle Ergänzung. So ist beispielsweise die Möglichkeit, einfach nur durch einen Wisch auf der Touch Bar ein YouTube Video vor- und zurückspulen zu können, wirklich eine praktische Sache. Auch im Finder lässt sich die Art der Anzeige ändern, die Vorschau aufrufen oder es können auch Farbmarkierungen vergeben werden. Alles in allem keine Spielerei, sondern durchaus eine sinnvolle Ergänzung im täglichen Workflow. Die Integration funktioniert allerdings nur mit den Apple Apps perfekt. So unterstützt zum Beispiel Chrome diese sinnvollen Funktionen noch nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob es die mangelnde Unterstützung durch Apple ist oder ob es an den Drittherstellern liegt, aber ich denke, so richtig sinnvoll wird die Touch Bar, wenn sie auch noch in viele andere Programme integriert ist.

Adobe hingegen hat die Touch Bar inzwischen integriert und wird auch von Programmen, mit denen ich überwiegend arbeite, etwa Photoshop, unterstützt. So kann man die Werkzeugeigenschaften ändern oder auch Ebeneneigenschaften wie beispielsweise die Deckkraft. Ich muss allerdings offen zugeben, dass ich in der kurzen Testzeit meine Arbeitsweise nicht komplett umstellen konnte – zu lange arbeite ich zum Beispiel in Photoshop schon mit Tastaturkürzeln, sodass meine Finger automatisch eher dort waren als an der Touch Bar. Aber je länger ich mit dem neuen MacBook gearbeitet habe, umso öfter habe ich die neuen Funktionen genutzt. Ich denke also, dass ich mich durchaus daran gewöhnen könnte.

Die neuen MacBooks sind klein, leicht, performant und machen zudem mit der Touch Bar richtig Spaß. Im Gegensatz zu meiner anfänglichen Skepsis habe ich aber festgestellt, dass sie eben nicht nur eine Spielerei ist, sondern im täglichen Einsatz eine sinnvolle Ergänzung im Workflow. Ich denke, dass mein nächstes MacBook mit Sicherheit ein Model mit Touch Bar sein wird.

 

Alexander Heinrichs Gallery 3er Collage

 

Bei all dem Positiven muss aber auch etwas Kritik erlaubt sein. Gerade ich als Fotograf empfinde den Wegfall des SD-Kartenslots als massiven Nachteil. Es gibt zwar inzwischen einige Adapterlösungen, nicht nur für SD-Karten, sondern auch für ältere USB-Geräte, doch ich muss immer ein zusätzliches Gerät mitnehmen. Die Konzentration auf USB-C-Anschlüsse, über die alles angeschlossen werden kann, ist für mich wiederum ein sinnvoller Schritt und ich gehe davon aus, dass die Zukunft bei so einem universellen Anschluss liegt. Ein kleiner Wermutstropfen ist für mich auch der Wegfall des MagSafe-Anschlusses. Es kam durchaus schon mal vor, dass ich bei einem Job am Kabel hängen geblieben bin und nichts passiert ist. Mit dem neuen MacBook heißt es jetzt deutlich besser aufpassen, damit es nicht vom Tisch fällt. Alles in allem, bis auf die erwähnten Nachteile, eine sinnvolle Weiterentwicklung, in der noch einiges Potenzial steckt.

 

 

Fazit

Alexander Heinrichs ist ein professioneller Fotograf mit Sitz in Aschaffenburg bei Frankfurt. In seinem großen Loft-Studio realisiert er jede Art Werbe-Fotografie vom Stillleben bis hin zu Menschen und Mode. Er fotografiert seit über 30 Jahren und beschloss 2005, seine Leidenschaft zu seinem Beruf zu machen. Seine Kunden sind namhafte Unternehmen wie Nintendo, DPD oder Adobe. Jede Art von Postproduktion wie Retusche oder Composing ist ebenfalls Teil seiner Arbeit. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf arbeitet er als Autor, Videoblogger und Coach. Regelmäßig organisiert er Workshops in seinem Studio, aber auch in ganz Deutschland und vielen anderen Ländern, um sein Wissen mit anderen Fotografen zu teilen. Oft ist er als Coach bei Events & Workshops für Firmen wie Sony, Multiblitz oder Adobe gebucht. Er publiziert regelmäßig Artikel und Tutorials in Fotomagazinen wie DOCMA oder digitalPHOTO und auf seinem Blog.
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