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Titelbild: unplugged
16.11.2016 - Michael Meinert

unplugged

Freiheit für Ihre Ohren

Der heimliche Star der letzten Apple Keynote war kein neues iPhone, iPad oder Mac. Obwohl sie zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch gar nicht im Handel verfügbar sind, haben die kabellosen Kopfhörer von Apple und von Beats für ordentlich Furore gesorgt. Das hat manche Leser fast schon vergessen lassen, dass Apple mit dem iPhone 7 die Klinkenbuchse für den Kopfhörer abgeschafft hat. Wenn man etwas abschafft, sollte man gute Gründe dafür nennen. Zugegeben, hier hat sich Apple eher auf die Formulierung „Mut zum Wagnis“ beschränkt. Auch kann man darüber diskutieren, ob der weggefallene Platz tatsächlich sinnvoll für neue Technologien genutzt worden ist. Die beste Antwort auf das Verschwinden der Klinkenbuchse hat Apple jedoch auf der Bühne der Keynote gegeben: 
Sie lautet kabellose Freiheit.

 

Beats Kopfhoerer 3er Collage

 

Die meisten Besitzer eines iPhones nutzen heute maximal zwei Audiogeräte: die dem iPhone beiliegenden EarPods (ab iPhone 7 mit Lightninganschluss) und eventuell noch einen guten Kopfhörer, beispielsweise von Beats. Apples Vision des zukünftigen Hörgenusses ist kabellos und jeder, der vor dem Lauftraining erst einmal minutenlang ein Kabel entwirren musste, dürfte sich allein deshalb schon darauf freuen.

Doch nicht nur das Ende des Kabelsalats spricht für die neuen Produkte. Sehen wir Sie uns im Einzelnen an.

Mit den AirPods ist Apple wirklich ein großer Wurf gelungen. Der Ursprung der EarPods kommt deutlich zum Ausdruck und damit bringen sie einen variablen und sehr guten AAC Sound mit, der Rock, Pop und Electro genauso gut abbildet wie die kristallklare Sprache bei Podcasts. Dank Noise-Cancelling-Technologie wird die Welt ausgeblendet und bietet der Musik den Raum, der ihr gebührt.

Der Clou ist die extrem leichte Anbindung per Bluetooth an Ihr iPhone, iPad, die Apple Watch oder den Mac – vorausgesetzt, Sie haben dort die neueste Version von iOS, Watch OS oder Mac OS Sierra installiert. In diesem Fall halten Sie einfach die AirPods nahe an das gewünschte Apple Produkt, bestätigen die dort eingeblendete Koppelung … und das war es auch schon. Es gibt keinen zweiten Schritt, denn die AirPods sind bereits automatisch betriebsbereit. Es ist natürlich auch möglich, sie gleichzeitig mit mehreren Apple Produkten zu verbinden, denn der Sound wechselt sofort von einem Gerät zum anderen.

„Mit den AirPods ist Apple wirklich ein großer Wurf gelungen.“

Bisher hatten kabellose Kopfhörer oder Headsets immer ein Problem mit externen Störungen. Eine Stromleitung oder ein Radiosender führt schnell dazu, dass sich Störgeräusche einstellen und den Hörgenuss trüben. Laut eigener Aussage hat Apple dieses Problem mit dem eigens dafür designten W1-Chip behoben. Er garantiert in den AirPods und den neuen BeatsX, Powerbeats3 Wireless und Beats Solo3 Wireless eine gleichbleibende und verlässliche Verbindung. Damit eignen sie sich perfekt für alle Lebenslagen: ob beim Joggen mit der Apple Watch Series 2 (es wird kein iPhone mehr benötigt), unterwegs im Auto, Zug oder Flugzeug oder beim privaten Hörgenuss, der nicht mehr mit dem Kabel limitiert wird.

Die AirPods leisten fünf Stunden Wiedergabe mit einer Aufladung, was für einen Großteil der Anwender für einen kompletten Tag reichen wird. Braucht man mehr Energie, hilft das mitgelieferte Ladecase, das nicht nur der sicheren Aufbewahrung dient, sondern zudem weitere Aufladungen für mehr als 24 Stunden bereithält. Bereits nach 15 Minuten im Ladecase reicht der Akku wieder für weitere drei Stunden Musik. Da in den Beats Produkten die gleiche Technologie steckt, gibt es auch hier diese Schnellladefunktion, die der Hersteller Fast Fuel nennt. So reichen fünf Minuten Ladezeit aus, um je nach Modell ein bis drei Stunden kabellosen Musikgenuss zu erhalten.

 

Beats Unplugged Im Alltag 3er Collage

 

„Wie viel Batterie haben die AirPods noch?“

Falls man sich mal unsicher ist, ob der Akku die heutige Fahrt mit der Bahn noch aushält, hilft Siri bei den AirPods gerne weiter. Die Frage „Wie viel Batterie haben die AirPods noch?“ wird mit der genauen Laufzeit beantwortet. Schöner als jede LED-Anzeige, die das Design beeinträchtigt hätte. Apropos Siri: Selbstverständlich kann Apples Assistentin (hat eigentlich irgendjemand schon einmal die männliche Stimme aktiviert?) nicht nur den Batteriestand ansagen. Indem man zweimal auf die AirPods tippt, wird Siri aktiviert, ohne dass man das iPhone aus der Tasche nehmen muss. Wer sich also bisher geziert hat, Siri in der Öffentlichkeit zu bitten, das eigene Leben leichter zu machen, kann dank der AirPods unbeschwert loslegen. Wer weiß schon, ob man gerade mit seiner digitalen oder realen Assistentin telefoniert …

Telefonieren und Sprachbefehle funktionieren natürlich trotz fehlendem Mikrofon am Lightningkabel. Ein Stimmbeschleuniger erkennt, wenn man spricht, und filtert dann automatisch Hintergrundgeräusche heraus, um die eigene Stimme zu betonen. Wie dies in Gesprächspausen funktioniert, kann allerdings erst der Praxistest zeigen. Interessant ist an dieser Stelle allerdings die Lösung, dass ein Infrarotsensor erkennt, ob sich die AirPods im Ohr befinden. Zudem kann man auch nur einen der beiden AirPods verwenden, was gerade beim Autofahren Vorteile bietet. Beim Klingeln des Telefons reichen also ein Handgriff und kurzes Tippen auf die AirPods und schon kann man das Gespräch annehmen, während man mit dem zweiten Ohr konzentrierter auf den Straßenverkehr achtet.

Apple glaubt an eine Zukunft ohne Kabel. Mit den vorgestellten AirPods und der neuen Beats Remastered Series fällt es leicht, sich auf diese Vision zu freuen.

 

Fazit


Mit dem W1-Chip ist Apple/Beats ein großer Wurf nach vorn gelungen. Eventuell hatten Sie zum Erscheinungstermin unserer iMOTION schon Gelegenheit, AirPods, BeatsX, Powerbeats3 Wireless oder Beats Solo3 Wireless zu testen. Da ich mich beim Sport oder Telefonieren jedes Mal über verhedderte Kabel ärgere, werde ich mir die AirPods auf alle Fälle kaufen und freue mich heute schon sehr darauf. Wenn die kabellose Verbindung so schnell, einfach und stabil funktioniert, wie Apple das versprochen hat, können uns diese Produkte einen schönen Mehrwert bieten. Ich bin mir sicher, dass andere Hersteller nachziehen und wir uns in wenigen Jahren fragen werden, warum wir eigentlich einen Kopfhöreranschluss am Smartphone hatten.

Michael Meinert
#Michael Meinert

Michael Meinert

Leiter Business Unit Apple

Michael Meinert ist bei ALSO verantwortlich für die Business Unit Apple und beschäftigt sich damit privat wie beruflich mit seinem Lieblingshersteller. In einem überwiegenden Großteil der Zeit macht ihm das auch Spaß. Sein berufliches Projekt für 2018 heißt „New Work“ und hat als Ziel, die starre Arbeit am Firmen-Desktop durch mobile und flexible Workflows am iPad Pro zu ersetzen. Privat wird der Schwerpunkt auf der Fotografie mit seinem neuen iPhone X und der Adobe Creative Cloud liegen. Übung macht (hoffentlich) den Meister.

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