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Titelbild: Apple Music!
17.11.2015 - Kathleen Starke

Apple Music!

Für Musikliebhaber: Apple veröffentlicht eigenen Musikstreaming-Dienst. Was Apple Music besser kann als seine starke Konkurrenz.

Als Apple am 8.6.2015 zur WWDC 2015 rief, kam er wieder. Der bekannte Satz, auf den die Apple Jünger bei jeder Keynote mit Spannung warten. Tim Cook hatte „one more thing“ und dieses „Ding“ hatte es in sich – Apple Music.

Musik wird von Menschen gemacht und ist allgegenwärtig. Kaum etwas anderes vermag es, unterschiedlichste Typen von Menschen miteinander zu verbinden. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Nationalität sie angehören, welche Hautfarbe sie besitzen oder nach welcher Mentalität sie leben. Musik ist ein fester Bestandteil in unserem Leben und so vielschichtig, weil sie Emotionen einfängt, unterstreicht und auch erzeugen kann. Musik ist der ideale Stimmungsträger und bietet einen hohen Wiedererkennungswert, beispielsweise als Erinnerung an eine bestimmte Zeit im eigenen Leben oder an den nervigen Werbesong, den jeder unwiderruflich mit einem bestimmten Produkt verbindet. Melodien vermitteln Texte und Inhalte eben leichter als die reine Sprache – auf der Gefühlsebene – und genau diese Ebene spricht Apple mit seinen Produkten an.

 

Apple Music Beats Wireless Dancing

 

Der eigentliche Clou, das Herzstück bei Apple Music, ist aber der Bereich „Für Dich“. Abgestimmt auf die individuellen Hörgewohnheiten des Nutzers.

In den vergangenen 100 Jahren hat sich die Art der Musikverbreitung stark gewandelt und sich von den uns allen bekannten analogen Geräten wie dem Grammofon, der Schallplatte, der Musikkassette und der CD zu neuen digitalen Übertragungsmöglichkeiten via Bits & Bytes weiterentwickelt. Neueste Scheiben im Plattenladen entdecken oder anhören war gestern. Heute braucht dazu niemand mehr das Haus zu verlassen.

Apple brachte diese Entwicklung seinerseits in den Anfängen dieser neuen Musikkultur durch die Veröffentlichung von Produkten wie dem ersten iPod in Verbindung und mit der eigens entwickelten Musikplattform iTunes so richtig in Gang. Bei diesem Dienst stehen dem Nutzer die musikalischen Werke vieler Künstler zum sofortigen Download und in bester digitaler Musikqualität zur Verfügung.

Keine andere Plattform hat den legalen digitalen Musikbezug in den vergangenen Jahren so revolutioniert wie iTunes, aber das Geschäft wurde unter anderem durch die Vielzahl an illegalen Downloadmöglichkeiten über das Netz herausgefordert. Die finanziellen Verluste für die Künstler durch illegale Tauschbörsen sind weiterhin enorm. Viele, vor allem kleine Künstler kämpfen um das Überleben ihres musikalischen Guts und suchen ihrerseits nach neuen Möglichkeiten, ihre Musik legal und überall verbreiten zu können. Auch einigen Nutzern kam der illegale Download teuer zu stehen und das Modell des direkten Besitzes der musikalischen Daten erschien auch aufgrund des hohen Speicherbedarfs nicht mehr so attraktiv. Obwohl der Speicherplatz des eigenen mobilen Geräts mit Fotos und Musik voll bespielt war, hatte sicher jeder von uns in bestimmten Momenten nicht immer die richtige Musikauswahl dabei. Der bestehende Markt war überholungsbedürftig.

Die Revolution des Musik-Streamings

Der Musikstreaming-Service wurde geboren. Mit der Zahlung eines monatlichen Betrags kann heute jederzeit und ortsunabhängig auf das Liedgut verschiedener Künstler sämtlicher Genres zurückgegriffen werden. Dabei wird die Musik nicht gekauft, sondern gemietet. Je nach Stimmung können beispielsweise nach Genre zusammengestellte Wiedergabelisten, Neudeutsch Playlist genannt, oder auch das übliche Musikalbum wiedergegeben und als Favorit für die Offlinenutzung gespeichert werden. Musikstreaming-Dienste wie Spotify und Napster haben dies bereits erfolgreich vorgemacht, während Apple noch am Erfolg seines Dienstes iTunes mit beiden Händen festhielt, aber bald schon feststellen musste, dass eine Weiterentwicklung dieses Service unausweichlich ist.

Der Avantgardist Apple im Zugzwang gegenüber der Konkurrenz? Eine ganz neue Erfahrung für den sonst so zukunftsweisenden Hersteller. Lange wurde gemunkelt, wann und wie sich Apple hier positionieren wird. Die Vorzeichen für die Weiterentwicklung von Apple und Musik wurden bereits im Vorfeld durch die Übernahme des Kopfhörer- und Lautsprecherherstellers Beats im Jahr 2014 und die diesjährige Vorstellung der neuen iPod-Serie gesetzt. Alle drei Bausteine – die mobile Apple Hardware, das individuelle Beats-Produktportfolio und der Musikdienst iTunes – garantierten bisher das optimale Musikerlebnis. Apple Music ergänzt diese Bausteine nun sinnvoll und rundet das Gesamtbild sinnvoll ab. Es handelt sich jedoch nicht einfach um einen weiteren Musikstreaming-Dienst. Apple Music kombiniert die heute bereits bekannten Streamingmöglichkeiten in all ihrer bestehenden Form mit weiteren nützlichen Musikdiensten in einer App.

Mit Apple Music können unter dem Reiter „Meine Musik“ wie gewohnt bereits auf dem Gerät befindliche gekaufte iTunes Musikdateien oder Playlists wiedergegeben werden. Frisch veröffentlichte Musik und Playlists unter „Neu“ werden bei Apple Music unter anderem vom Künstler selbst verwaltet.

Bei „Radio“ befindet sich die jetzt neu in der App integrierte Radiostation von Beats – beats1 –, welche rund um die Uhr die neueste angesagte Musik von New York City weltweit auch aufs eigene mobile Gerät oder in Ihr zu Hause überträgt. Hinzu kommen zusätzliche, nach Genre aufgeteilte Radiostreams, welche jederzeit abgerufen werden können. Mit „Connect“, einer Social Plattform, können Künstler auf ihrer eigens errichteten Künstlerseite direkt über Bild und Ton mit den ihnen folgenden Fans in Verbindung treten und sich über Neuigkeiten austauschen. Das erinnert etwas an andere, oftmals verwendete Plattformen wie mySpace oder SoundCloud. So bleiben Musikliebhaber immer in Verbindung mit ihren Lieblingskünstlern und up to date.

Der eigentliche Clou, das Herzstück bei Apple Music, ist aber der Bereich „Für Dich“. Mit der Anmeldung bei Apple Music können Sie Ihre Lieblingsmusikgenres und die von Ihnen favorisierten Künstler festlegen. Dies erfolgt durch Tippen auf das Icon. Einmaliges Tippen zeigt Apple Music, dass etwas gemocht wird, zweimaliges Tippen bedeutet „Lieblingsmusik“. Durch die persönliche Kategorisierung Ihrer Vorlieben nach der Anmeldung, erstellt Apple Music eine ganz persönliche Startseite und empfiehlt Künstler, Genres oder auch Playlists, die Ihrem Geschmack entsprechen. Ein Feature, welches man bisher auf ähnlichen Streamingplattformen vergeblich suchte.

All diese Features lassen Apple Music zu einer sehr persönlichen und doch öffentlichen individuellen Musikplattform werden, welche deutlich mehr bietet als aktuelle Marktbegleiter. Durch die Kombination mit Beats und Ihrem iPhone oder iPod sind die Weichen für Ihren persönlichen und jederzeit erreichbaren „Soundtrack of my life“ gestellt.

Fazit

Apple Music umfasst aktuell 30 Mio. Songs und kann 3 Monate lang kostenlos getestet werden. Die Einzelmitgliedschaft kostet 9,90 € im Monat. Die Mitgliedschaft für die ganze Familie bekommt man für 14,90 € monatlich.

Kathleen Starke
#Kathleen Starke

Kathleen Starke

Focus Sales Apple

Kathleen Starke ist bei ALSO als Sales Process Manager tätig. Seitdem Sie vor 5 Jahren das erste Mal beruflich Kontakt mit den Produkten des Herstellers Apple hatte, hat sie alle privaten Endgeräte nach und nach gegen ein Upgrade von Apple getauscht. Im Gerätepark befinden sich heute neben iPod, iPad, iPhone und MacBook schließlich auch die im Text beschriebene Apple Watch.

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