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Titelbild: Siri, mach das Licht aus!
07.05.2015 - Peter Klinkenberg

Siri, mach das Licht aus!

Das Apple HomeKit und was wir davon erwarten dürfen

Mit HomeKit als Bestandteil von iOS 8 tritt nun auch Apple in den zu erwartenden Milliardenmarkt von Smart Home und dem sogenannten Internet of Things (IoT) ein. Obwohl HomeKit bereits auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni 2014 vorgestellt wurde, ist seitdem nicht viel Offensichtliches passiert. Alle Hoffnungen lagen zuletzt auf dem Apple-Event „Spring Forward“ am 9. März dieses Jahres, um mehr über die Einsatzmöglichkeiten zu erfahren. Und tatsächlich wurde präsentiert, wie man mit der Apple Watch ein Garagentor über HomeKit aus der Ferne öffnen und sich den entsprechenden Live-Feed einer Überwachungskamera anschauen kann.

Ob der Sohnemann, der mal wieder seinen Schlüssel vergessen hat, auch tatsächlich die Garage allein betritt oder erneut seine ganze Fußballmannschaft im Schlepptau hat, all dies ist mit der Apple Watch über HomeKit kein Problem. Somit scheint alles bereit zu sein, dass wir als Apple User in den Genuss von HomeKit-Anwendungen kommen, auch wenn wir uns voraussichtlich noch bis zur nächsten WWDC ein wenig gedulden müssen.

Nun möchten wir aber die Gelegenheit nutzen und einen Überblick geben, was HomeKit eigentlich genau sein wird und welchen Nutzen wir davon erwarten können.

Bei der erstmaligen Präsentation von iOS 8 kündigte Apple CEO Tim Cook an, dass an einem neuen System namens HomeKit gearbeitet wird. Mit HomeKit können Entwickler Produkte für ein Haus oder gewerbliches Gebäude so gestalten, dass sich diese mit einem iPhone, iPad oder auch der Apple Watch verbinden und sich darüber leicht und bequem steuern lassen. Mittels Apps kann man dann seine Heizung, das Licht im Haus, die Alarmanlage oder auch den Backofen überwachen und mit diesen Geräten interagieren. Die Hotelzimmertür nur mit seiner Apple Watch öffnen? Mit HomeKit-Anbindung wird dies kein Problem sein. Zusätzlich können „Räume“, „Zonen“ und „Szenen“ eingerichtet werden. So kann man dann mit nur einem Fingertipp auf dem Smartphone den Fernseher und das Licht ausmachen und gleichzeitig die Heizung runterfahren, bevor man zu Bett geht.

Begriffe wie Smart Home oder Internet of Things (IoT) dominieren die aktuelle Berichterstattung in den Medien, und HomeKit gehört ebenfalls zu diesem Themenkomplex. Durch die immer leistungsfähigere Vernetzung von Gegenständen wird sich die Art, wie wir leben und arbeiten, nachhaltig verändern. In einer Gartner Studie wird bereits für 2015 prognostiziert, dass fast 5 Milliarden vernetzte Produkte weltweit im Einsatz sein werden. Im Jahr 2020 sollen mehr als dreimal so viele vernetzte Produkte existieren, wie es Menschen auf der Erde gibt: nämlich 25 Milliarden. Dass der neue Fernseher als SmartTV mit dem Internet verbunden ist, wundert heute schon niemanden mehr. Warum es interessant sein kann, dass auch das Fenster, der Rasensprenger oder auch der Roboterarm in der Fabrik kommunizieren können, erschließt sich noch nicht jedem – aber nur mit ein bisschen Fantasie erkennt man die ungeahnten Möglichkeiten. Ein Fenster erkennt mithilfe von Sensoren, dass es offen steht, und sagt kurz dem Besitzer über sein Smartphone Bescheid, wenn dieser das Haus verlässt. Oder der Rasensprenger holt sich die Wetterdaten selbstständig aus dem Internet und weiß selbst am besten, wann er wässern soll und wann nicht. Oder der Roboterarm in der Autofabrik kontaktiert selbstständig das Service-Team und meldet, dass er Hydraulikflüssigkeit verliert. Oder, oder, oder …

Apple möchte mittels HomeKit all diese unterschiedlichen IoT-Geräte miteinander bekannt machen, sodass diese alle dieselbe Sprache verstehen. Nur noch einstecken und schon lassen sich diese mit einem Apple-Gerät steuern. So einfach, wie man es von Apple gewohnt ist, soll die Installation plug-and-play vonstatten gehen. Auch soll man mittels der Sprachsteuerung Siri seine IoT-Geräte steuern können. Demnächst heißt es also: „Hey Siri, mach das Licht aus!“

Werden nicht Apple-zertifizierte Smart-Home-Produkte mit HomeKit funktionieren können?

Normalerweise würde man diese Frage in der Apple-Welt mit einem klaren Nein beantworten. Alles, was nicht „Made for iPhone“ ist, wird auch nicht sauber funktionieren. Doch schon auf der WWDC im Jahre 2014 hat Apple anklingen lassen, dass man sich vorstellen könnte, eine Verbindung zu HomeKit für andere Produkte mittels einer „Bridge“ zuzulassen. Somit wäre es vorstellbar, dass Produkte, die zum Beispiel das populäre Z-Wave-Protokoll unterstützen, trotzdem mit HomeKit kommunizieren können. Allerdings wird Apple hier ein besonderes Augenmerk auf den Bereich Security legen. Dies betrifft sowohl die Datensicherheit als auch den Schutz des Nutzers, denn hier darf es nicht zu Schwachstellen kommen. Ein geklautes iPhone, was auch noch das Haus des iPhone-Besitzers öffnet? Undenkbar.

Wie auch immer und wann auch immer HomeKit kommen wird, wir können uns sicher sein, dass Apple eine enorme Dynamik in den Smart-Home-Markt und in das Internet of Things bringen wird. ALSO hat sich für diesen Wachstumsmarkt positioniert, und mit unseren Experten unterstützen wir Handelspartner, den Weg in eine smartere Zukunft für uns alle schon heute erfolgreich zu gehen. Wir führen bereits ein umfangreiches Sortiment an Consumer-Lösungen im Smart-Home-Markt, das ständig ausgebaut wird. Auch für professionelle Lösungen in der Gebäudeautomation wird ALSO der richtige Ansprechpartner sein und Händlern entsprechende Lösungen und Schulungen anbieten. Begleiten Sie uns auf dieser spannenden Reise!

Peter Klinkenberg
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Peter Klinkenberg

Projektleiter Smart Home/Home Automation
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