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Swift

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

25.11.2014, Ein Beitrag von Stefan Popp

Eine neue Programmiersprache

Als Craig Federighi am 2.6.2014 bei der WWDCD 2014 die Worte „We have a new programming language“ aussprach, wurde es seit langer Zeit einmal wieder richtig laut in der mit rund 5.000 Menschen besetzten Halle des Moscone Centers in San Francisco. Vorher hatten Tim Cook und Federighi bereits mit vielen neuen Features in iOS 8 und dem neuen Mac OS X Yosemite der Menge das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Eine neue Programmiersprache am Ende der Keynote überraschte sicherlich die gesamte Apple-Anhängerschaft rund um den Globus. Zum ersten Mal in der „Post-Jobs-Ära“ gab es eine Neuigkeit, mit der niemand gerechnet hatte. Als aufmerksamer Zuschauer spürte man wieder: diese Keynote ist anders.

Swift Screenshot

Das Medienecho, das Swift bereits während der Veranstaltung durch App-Entwickler und News-Portale auslöste, war unüberhörbar und versetzte den ein oder anderen Programmierer gar in einen Rausch der Euphorie. Mit Spannung wurde nach der Keynote die erste Beta-Version von Apples hauseigener Entwicklungsumgebung Xcode 6 erwartet, denn eines war bereits jetzt für jeden Softwareentwickler weltweit klar: Was Apple in Angriff nimmt, wird ein Erfolg. Apple pflegt seit jeher einen aktiven Support für die Entwicklergemeinde rund um OS X und iOS. Dass Apps ein wesentlicher Bestandteil des Apple Ecosystems sind und Softwareentwickler damit einen großen Teil zum Erfolg der „Plattform Apple“ beitragen, ist spätestens seit der Vorstellung des App Stores im Jahre 2008 offensichtlich.

Und so war es selbstverständlich, dass niemand anderes als der Chef-Entwickler von Swift, Chris Lattner, persönlich die neu entworfene Sprache vorstellte. Lattner ist kein Unbekannter in der Entwicklerszene und machte bereits mit seinem Open-Source-Projekt LLVM auf sich aufmerksam. Die Rekrutierung von Lattner durch Apple im Jahre 2005 war der nächste logische Schritt und überraschte niemanden in der Szene, denn Apple wollte LLVM zur Produktionsreife führen, um Objective-C selbst performant und zukunftssicher weiterentwickeln zu können.

Aus dem Projektteam, das in kürzester Zeit rund um Chris Lattner aufgebaut wurde, entstanden über die folgenden Jahre wichtige Produkte wie z. B. das Compiler Frontend Clang. Nicht zuletzt führte Clang dazu, wichtige Spracherweiterungen für Objective-C wie Blocks oder das Automatic Reference Counting zu realisieren. Objective-C ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Es wurde im Jahr 1983 entwickelt und als objektorientierte Erweiterung auf die Programmiersprache C aufgesetzt. C selbst ist eine Hochsprache, die bereits 1973 entwickelt wurde und noch heute ihre Bedeutung in der Industrie hat. Sie wird neben Java nach wie vor an vielen Universitäten weltweit gelehrt. Aufgrund ihrer zum Teil komplizierten Anwendung im Produktiveinsatz wird C in der Praxis mehr und mehr gemieden. Als die Auswirkungen des im Jahr 2008 vorgestellten App Stores für die breite Masse abschätzbar wurden, war Objective-C plötzlich eine der meistgefragtesten Sprachen der Welt.